Esu spricht über Zorn und Anbindung

Esu, was ist Zorn? Wie gehen wir mit Zorn in uns selbst und in anderen Menschen um? Wie gehen wir an Situationen heran, die das zurückweisen, was wir als Wahrheit empfinden? Wie kommunizieren wir mit anderen, die die Verbindung nicht herstellen wollen? Wie lehren wir? Ich stelle diese Fragen deshalb, weil es unsere Aufgabe ist, andere anzuleiten und daran zu arbeiten, Bewußtsein zu entwickeln.\

Jess, lass uns über diese Fragen reden. Es gibt die Fehleinschätzung, daß Zorn gerecht sei. Bei Zorn handelt es sich um eine gefühlsmäßige Reaktion, die ein Hochwürgen von Erinnerungen und vergangenen Erfahrungen ist. Leute fühlen sich behindert oder enttäuscht, weil etwas, das ihrer Meinung nach geschehen sollte, nicht geschehen ist. Ihre Körperchemie bewirkt, daß sie ihre rationale Ausrichtung  verlieren und anfangen, spontan zu handeln ohne viel zu überlegen, was am sinnvollsten und produktivsten ist. Sie möchten gerecht  sein, können es aber nicht, da sie sich an gewohnheitsmäßigem Denken festklammern.

Die Folge von Zorn ist noch mehr Zorn. Handlungen, die durch Ärgergefühle bestimmt werden, erreichen im allgemeinen nicht das Ziel, das die ursprüngliche Ursache für den Ärger ist. Der einzige Weg, die mentale Blockade zu entschärfen, zu der Ärger führt, ist, dem Angriff mit einer unerwarteten Nicht-Antwort zu begegnen. Das heißt nicht, passiv zu sein.  Das heißt nicht, den Angriff zu ignorieren. Sondern, eine durchdachte Antwort zu geben, die das Gefühl des Mangels und Versagens der anderen Person nicht noch verschlimmert. Denn Ärger entsteht aus einem Gefühl des Versagens heraus. Zorn ist ein Unterstützungssystem für Unzulänglichkeit.

Denkt an jene Bibelworte, die man mir zuschreibt: „Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.“  „Haltet die andere Wange hin“.  „Gebt dem Kaiser was des Kaisers ist, und gebt Gott, was Gottes ist.“  Lasst euch nicht auf emotionale Angriffe ein. Sie nähren  Haltungen und Auffassungen, die nicht von Gott sind. Gott ist nicht gefühllos.  Gott ist Liebe, und es kann nichts großartigeres geben, als das Gefühl, das er für jeden von euch empfindet. Aber Gefühle, die ohne die Komponente des Denkens gebraucht werden, sind fehlgeleitet. Die Gefühle des Menschen sind beeinflußt durch seine Erfahrungen und Lehren. Er kann ihnen nicht trauen, sofern er sich nicht sicher ist, daß es auch die Gefühle Gottes sind. Gott trägt mutige Sachverhalte vor, aber er macht sich nicht lustig über einen Teil seiner Schöpfung. Er sieht den Irrtum dieser Konzepte, und er ist enttäuscht, wenn sie sich gegen seine Wahrheit wenden.

Aber selbst in seiner Enttäuschung bietet er diesen eine Gelegenheit an, sich zu ändern. Er ermöglicht ihnen, die Situation unter ihren Bedingungen zu betrachten und bietet eine Lösung an, die sie verstehen können. Er macht sich nicht lustig über seine Schöpfung, weil sie nicht seinen Ideen folgen. Stattdessen zeigt er den Irrtum ihres Glaubens auf und bietet ihnen alternative Richtungen an, für die sie sich entscheiden können. Wenn sie diese Wahl nicht treffen, stellt er andere  zur Verfügung, bis nur noch eine einzige Möglichkeit bleibt. Er spricht zu ihnen auf jede erdenkliche Art, um durchzukommen.

Ihr sprecht mit anderen ruhig und inhaltlich-gehaltvoll. Ihr macht euch nicht lustig über ihren Mangel an Auffassungsgabe oder Bewußtsein. Ihr akzeptiert die Tatsache, daß ihnen ein bestimmtes Vorstellungskonzept  beigebracht wurde und daß sie nun verärgert sind, weil ihre Erwartungen sich nicht erfüllen. Ihr findet Wege mit ihnen zu sprechen, wodurch ihr Wahrnehmungsvermögen herausgefordert wird, anstatt  weiterhin  verärgert zu werden. Ihr unterbreitet ihnen Informationen, von denen ihr sicher seid, daß sie stimmen, und ihr macht dies auf eine Art und Weise, die ihnen das Gefühl der Unterstützung ihrer eigenen Fähigkeit vermittelt, ein neues Konzept zu begreifen. Ihr drängt ihn keine Ideen mit Gewalt auf. Ihr sprecht nicht über Tatsachen, die sie unter keinen Umständen verstehen können. Ihr nähert euch ihnen mit einem Gespräch auf welche Weise auch immer dies möglich ist und ihnen gestattet, zu lernen. Ihr geht nicht davon aus, daß eure Methode  das  ist, was sie brauchen. Ihr setzt nicht voraus, daß ihr überlegen seid, weil ihr mehr Informationen habt. Ihr habt keine Möglichkeit zu wissen, worin der Lebensweg eines Menschen besteht, solange ihr nicht danach fragt. Nur wenn ihr wißt, warum sie ihre Entscheidungen getroffen haben und wie sie zu ihren Haltungen gekommen sind, könnt ihr diese auch kritisieren.

Die Tatsache, daß ihr Ärger verspürt ist kein Grund, andere dafür verantwortlich zu machen. Ihr betrachtet, was die Ursache für euren Ärger ist, und ihr beseitigt die Erinnerungen von Erfahrungen in euch, die diese Blockade ursprünglich ausgelöst haben. Wenn ihr erst einmal eure eigenen Blockaden und emotionalen Vorurteile entfernt habt, könnt ihr ansprechen, was eure Erfahrungen bei ihrer Beseitigung gewesen sind. Andere können von eurem Beispiel lernen, oder auch nicht.

Arbeitet daran, um Veränderungen auf positive Weise herbeizuführen. Erkennt Probleme und verlangt danach, sie zu verändern. Dies ist zielgerichtetes Engagement. Dies ist nicht Ärger; dies ist Einsatz  und Entschlossenheit. Es ist leichter zu bewerkstelligen, als aufgrund von Ärger und gefühlsbedingten Wutanfällen in gewohnheitsmäßige Verhaltensmuster zu verfallen

Esu

 

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